Klimaschutztage der Stadt Göttingen – Auch 2019 wieder eine Klima-Jurte

Der Bürgerratschlag Klimaschutz Göttingen und wir haben wie bereits 2018 ein Nomadenzelt als Veranstaltungsort aufgebaut. Erfreulicherweise war das Klimaschutzmanagement der Stadt Göttingen in diesem Jahr in der Lage, einen Großteil der anfallenden Kosten zu tragen.

Wir entwarfen ein imposantes Programm: Vom 21. bis zum 23. Juni 2019 fanden 15 verschiedene Veranstaltungen statt. Es gab Vorträge zum Anstieg des Meeresspiegels und zur Frage, wie man biologisch angebaute Produkte beim Einkaufen erkennt, ebenso wie zu den Auswirkungen der 5G Mobilfunk-Technik auf Ökologie, Ressourcenverbrauch und Gesundheit. Außerdem klärte ein Vertreter der Energieagentur Region Göttingen auf, dass Fotovoltaik-Anlagen sich für Privathaushalte dann noch lohnen, wenn die Energie eigengenutzt wird und sie mit einem Speicher versehen werden. Kleine Anlagen unter 10 kw/p seien wirtschaftlicher als große. Neben diesen Fachvorträgen, gab es auch einen  Methoden-Workshop nach dem Dragon Dreaming-Konzept. Er zeigte auf, wie sich Projekte gemeinsam zielführend umsetzen lassen.

Nicht zuletzt waren drei moderierte Gruppen-Veranstaltungen mit Göttinger*innen im Angebot:

  • Die erste lud Mitglieder aller Fraktionen des Stadtrates zum Gespräch. Sie erläuterten, welche Maßnahmen für eine lebenswerte Stadt in der laufenden Legislaturperiode bisher angegangen wurden und wie sie sich die Göttinger Situation in 15 Jahren vorstellen. Hier fielen Äußerungen wie: geheizt wird mit Strom, die Einwegverpackungen sind aus dem Stadtbild verschwunden, insgesamt gibt es weniger Plastik. Es wird schöne breite Fahrradwege geben, die überdacht sind, und auf deren Dächern Fotovoltaikanlagen installiert sein werden. Die Göttinger Kulturmeile wird mit Shuttle-Bussen bedient und nicht zuletzt werden die Bürger*innen miteinbezogen, um darauf zu achten, dass all diese Veränderungen auch sozial nachhaltig gestaltet werden.
  • In der zweiten Veranstaltung dieser Reihe stellten Vertreter*innen verschiedener Initiativen ihre Visionen und Projekte vor. Vom Eco-Bus, der gezielt Fahrtwünsche koordiniert und damit den  Öffentlichen Personennahverkehr auf dem Land revolutioniert über die Nutzung von stillgelegten Tagebauten für Pumpwasserspeicher, die Berücksichtigung von Arbeitnehmerinteressen beim Umbau der Energieversorgung bis hin zur Forderung, jetzt und sofort drastische Maßnahmen umzusetzen, um nicht noch mehr Zeit im Kampf um die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels zu verlieren.
  • Die dritte Veranstaltung diente Göttinger Initiativen dazu, ihre innovativen Produkte und Projekte vorzustellen. Zahlreiche Vertreter*innen von Initiativen hatten sich eingefunden und warben nicht zuletzt um interessierte Mitgestalter*innen. Darunter waren solche, die sich um den Erhalt der Artenvielfalt bemühen, Einrichtungen, die bilden und informieren sowie Initiativen, die sich mit ihren Angeboten gegen das Primat der Wegwerfgesellschaft wenden. Hingewisen wurde auch auf so genannte „Wandelbündnisse“, die zur Zeit vielerorts gegründet werden (https://wandelbuendnis.org).

Gemeinsames Singen, eine Märchenerzählerin mit Harfen-Begleitung und ein Dichter rundeten das Programm kulturell ab.

Flyer Klima-Jurte 2019