Blumen-Explosion und Bienen-Power

Komische Wörter für die Jahreszeit?

Ja, wenn wir an den grauen Himmel und das Thermometer denken.

Nein, wenn wir die Produktionsschule/Beschäftigungsförderung und den Klimaschutz Göttingen e.V. besuchen.

Deren Jugendliche, Lehrkräfte und Ehrenamtliche arbeiten schon jetzt fleißig für den nächsten Frühling. In diesen Tagen wurden 3.000 Blumenzwiebeln gepflanzt, die einen langweiligen Wegrand in ein blühendes Insektenparadies verwandeln werden. Die Größe der Zwiebeln reicht von klein wie Oliven bis zum Tischtennisball. Hellgelb bis rötlich oder tief violett sind die Farben. Man darf auf das Farbspektrum und die Formen der Blüten gespannt sein, die ab März/April ans Tageslicht drängen werden. Volle hundert Meter lang ist der neue Blühstreifen am Ufer des Flüsschens Grone im Abschnitt Levinstraße/Levinscher Park!

Bodennah auf Knien oder breitbeinig gebeugt waren mehr als 10 Personen stundenlang beschäftigt. Ein wenig Rat, Hilfe und Aufsicht inklusive.

„Blumen-Explosion“ und „Bienenmacht“ heißen zwei der verschiedenen Pflanzenpakete, die da ausge­packt und mit Pflanzholz, Schaufelchen oder Hacke in die Erde gebracht wurden. Enthalten sind nicht nur die allgemein beliebten Osterglocken oder Tulpen. Viele weniger bekannte Schönheiten werden im Frühjahr zu sehen sein. Bei der Auswahl wurde intensiv darauf geachtet, dass die Pflanzen nicht nur das menschliche Auge erfreuen, sondern auch den Insekten helfen.

Denn viele Blüten sind so gebaut, dass die Tierchen mit ihren Fressorganen nicht an die Pollen herankommen. Das gilt gerade für viele aufwändige, prachtvolle Züchtungen. Für die Auswahl galt daher die Faustregel: einfache heimische Wildformen für heimische Insekten.

Wenn die Summer und Flatterer dann im Frühjahr kommen, brauchen sie auch Unterkünfte, um Eier zu legen und sich zu vermehren. Daher wird im Winter an einem „Insekten-Quartier“ gearbeitet. Lena Kraft, eine der Verantwortlichen, lehnt die gängige Bezeichnung „Insekten-Hotel“ entschieden ab. „Beim Hotel checkt man ein, übernachtet, frühstückt vielleicht noch und reist wieder ab. Wir wollen aber, dass unsere Gäste bleiben. Bei uns bekommen sie sozusagen Kost und Logis. Sie fühlen sich wohl, vermehren sich und locken dann ihrerseits Vögel an. Alles wird lebendiger als jetzt!“

Damit die neuen Bewohner nicht nur im Frühjahr satt werden, werden die jetzt gepflanzten Frühblüher dann um vielerlei Stauden ergänzt, die den Sommer und Herbst über blühen. Einige sind bereits gepflanzt, andere werden im Laufe des Jahres 2026 dazu kommen. Auch für deren Auswahl werden heimische Wildformen bevorzugt.