Kompensationsmaßnahmen – Überblick

In den Bebauungsplänen, die die Kommunen aufstellen, kann ein riesiges Potential für den Naturschutz stecken. In den Kompensationsmaßnahmen, die für negative Folgen der Bebauung für Naturhaushalt und Landschaftsbild festgelegt werden, stecken z.B. Obstbaumreihen, Feldgehölze, Streuobstwiesen oder artenreiche Wiesen.

Daher ist es nicht egal, dass im Landkreis Göttingen ein Umsetzungsdefizit in der Größe von ca. 159 ha besteht – das entspricht in etwa 222 Fußballfeldern und damit der doppelten Fläche des Seeburger Sees.

In Form von Grünordnungsplänen oder textlichen Festsetzungen in den Planzeichnungen werden die Kompensationsmaßnahmen verbindlich festgesetzt und vom Gemeinderat zusammen mit dem Bebauungsplan rechtskräftig beschlossen. Damit behalten sie Gültigkeit, bis der Bebauungsplan geändert wird.

Anhand des Geoportals des Landkreises Göttingen haben wir uns einen ersten Eindruck von den durch die Bebauungspläne vorgegebenen Maßnahmen und ihrem Umsetzungsstand verschafft. Über Anfragen nach dem Niedersächsischen Umweltinformationsgesetz haben wir um Akteneinsicht bei den einzelnen Kommunen im Landkreis gebeten. So haben wir uns mit den meisten Kommunen zu einem direkten Austausch getroffen.

Sie finden auf dieser Seite einen kurzen Überblick über das Projekt. Wenn Sie tiefer in das Thema einsteigen möchten oder sich vielleicht sogar  selbst in einem Verein engagieren oder von der Presse sind, finden Sie auf den nächsten Seiten tiefergehende Informationen bis hin zu den vollständigen Ergebnissen unserer Recherchen und Anleitungen, wie Sie selber aktiv werden können.

Sie können sich einfach im Menü von Seite zu Seite klicken oder den Links auf dieser Seite folgen.

Das Projekt ist übertragbar: Wir wünschen uns, dass möglichst viele unsere Arbeit aufgreifen und an anderen Orten fortführen.  Desto mehr wir das Thema in die Öffentlichkeit tragen können, umso stärker wächst der Druck, Kompensationsmaßnahmen tatsächlich durchzuführen und einen echten Ausgleich für negative Auswirkungen von Bauvorhaben auf Ökosysteme zu schaffen. Deswegen rufen wir auch die Presse auf, das Thema publik zu machen. Alle Informationen, Materialien und Daten dürfen mit Verweis auf unsere Webseite und Nennung des Klimaschutz Göttingen e.V. verwendet werden.


Inhaltsübersicht

  • Was sind Kompensationsmaßnahmen
  • Warum ist das Thema so wichtig?
  • Zuständigkeiten & Rechtliche Grundlagen
  • Methodik unserer Recherche
  • Ergebnisse im Landkreis Göttingen
  • Datensätze
  • Die interaktive Karte
  • Mitmachen & Kontakt

Worum geht es bei dem Projekt genau?

Durch Zufall sind wir im Jahr 2024 als Klimaschutzverein auf ein Thema gestoßen, das auf den ersten Blick ein reines Naturschutzthema ist, auf den zweiten Blick aber erhebliche Synergien mit der Klimafolgenanpassung aufweist.

Erfahren Sie mehr über Kompensationsmaßnahmen

Warum das Thema so wichtig für den Naturschutz ist

Die Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen ist eine „Steilvorlage für Naturschutz und Klimaanpassung“. Es geht nicht um Verwaltungsformalitäten, sondern um reale verlorene Naturschutzchancen.

Die Umsetzung von kommunalen Kompensationsmaßnahmen ist gesetzlich über das Baurecht geregelt und die Umsetzungspflicht verjährt nicht. Über die (Voraus)Zahlungen von Erschließungsgebühren entsteht eine weitere Verbindlichkeit zur Umsetzung.  So gibt es eine starke rechtliche Basis, die wir für den Naturschutz nutzen können.

Erfahren Sie hier mehr zur Relevanz von Kompensationsmaßnahmen für den Naturschutz
Zu den rechtlichen Grundlagen

Was wir konkret tun

Anhand des Geoportals des Landkreises Göttingen haben wir uns einen ersten Eindruck von den durch die Bebauungspläne vorgegebenen Maßnahmen und ihrem Umsetzungsstand verschafft. Über Anfragen nach dem Niedersächsischen Umweltinformationsgesetz haben wir um Akteneinsicht bei den einzelnen Kommunen im Landkreis gebeten.

Methodik ansehen

Unsere Ergebnisse im Landkreis Göttingen kurzgefasst

  • fehlende Aktenvorgänge lassen ausstehende Maßnahmen in Vergessenheit geraten
  • Planungen „von der Stange“ verschenken Abstimmungsmöglichkeiten zwischen Planungsbüros und Kommunen, die eine individuelle Maßnahmenplanung mit Mehrwert vor Ort generieren könnte
  • Flächenverfügbarkeit spielt in einzelnen Kommunen eine große Rolle, die Finanzierung der Maßnahmen dagegen nicht
  • eine Verlagerung der Kompensation auf die privaten Grundstücke führt oft zu einem reinen „Ausgleich auf dem Papier“

Zur ausführlichen Darstellung der Ergebnisse
Zu den Tabellen
Zur interaktiven Karte

Lassen Sie uns gemeinsam das Thema groß machen!

Sie möchten überprüfen, wie der Umsetzungsstand von Kompensationsmaßnahmen in Ihrer Region ist, oder möchten über das Projekt berichten?

Hier finden Sie alle notwendigen Materialien und Anleitungen

Hier sollte eine Streuobstwiese stehen…. – Bebauungsplan 21 der Gemeinde Hattorf am Harz